Das Modul 3 richtet sich ebenfalls an die Qualifizierungslevels B und C. Schwerpunkte liegen hier auf dem BIM-Collaborations-Format (BCF) und auf BIM-Applikationen. Der aktuelle Status der Normung wird den Teilnehmenden vorgestellt. Im Rahmen des Moduls werden erste modellbasierte Kostenermittlungen und Simulationen durchgeführt, um den Teilnehmenden frühzeitig praxisnahe Anwendungen näherzubringen. Einen weiteren Themenschwerpunkt stellt der Einsatz von BIM auf der Baustelle dar, es werden Grundlagen bezüglich digitaler örtlicher Bauaufsicht (ÖBA) vermittelt. Den Abschluss des Moduls bilden die Grundlagen des Bauwerksbetriebs.

Ablauf:

24. Oktober 2019: Modellbasierte Kommunikation
Kurszeiten: 10:00 - 13:00 Uhr
Vortragende: Marcus Wallner (TU Graz)
  • Arbeiten im Zentralmodell mit Rollen und Berechtigungskonzepten.
  • Wie kann man ein Modell für diverse Zwecke variieren: Rohbaumodell, Prüfmodell, Fachmodell für Koordinationsmodelle, unter anderem durch den Einsatz von MVDs (Model View Definitions).
  • Fachmodelle werden zu Gesamt- oder Koordinationsmodellen zusammengesetzt
  • Vermittlung der unterschiedlichen Anforderungen und Wünsche der Fachplaner bzw. Gewerke
  • Typische Beispiele von Konstellationen und Austauschworkflows, so wird auch gezeigt wie closedBIM in einer openBIM-Gesamtstruktur funktioniert. Über das BCF-Format können auf den „Point of View“ bezogene Workflows zwischen Projektbeteiligten ausgeführt werden.

24. Oktober 2019: Normierung (national, europäisch, international)
Kurszeiten: 14:00 - 18:00 Uhr
Vortragende: Christoph Eichler (buildingSMART Austria), Harald Urban (TU Wien)

Nachdem ein allgemeiner Überblick über die Normung und den Normungsprozess (ISO -> EN -> ÖNORM) gegeben wurde, werden zentrale BIM-Normen (im Speziellen: ÖNORM A 6241-1 und -2, ÖNORM A 7010-6, ÖNORM A 2063 und Normen aus CEN TC 442) und weitere vertragsrelevante Normen (z.B. ÖNORM B 1800, ÖNORM B 1801, ÖNORM A 6250, DIN 18202 etc.) mit deren jeweiligem Anwendungsfokus und im Zusammenhang mit dem BIM-Prozess näher erläutert.

25. Oktober 2019: Modellauswertung
Kurszeiten: 9:00 - 12:00 Uhr, 13:00 Uhr - 17:00 Uhr
Vortragende: Melanie Piskernik (TU Wien), Markus Gratzl (FH Salzburg)

Es werden die Grundlagen der modellbasierten Simulation erläutert. Dazu werden insbesondere die Aspekte passender Modellierweise, Modellprüfung und Quantity-Sets als notwendige Voraussetzungen für den Einsatz von Simulationswerkzeugen näher betrachtet. Als Anwendungsfelder modellbasierter Simulation werden Kostenermittlung, Bauablauf und Energiesimulation näher diskutiert. Dazu werden (von Vortragenden ebenso wie von Teilnehmenden) bereits umgesetzte Beispielprojekte vorgestellt und analysiert.

26. Oktober 2019: Digitale Örtliche Bauaufsicht (ÖBA)
Kurszeiten: 9:00 - 12:00 Uhr
Vortragende: Harald Urban (TU Wien), Christoph Eichler (buildingSMART Austria), Harald Christalon

Es wird dargestellt, welche Aufgabenstellungen der ÖBA durch die Anwendung von BIM unterstützt werden können und wie diese Unterstützung zielgerichtet erfolgen kann. Der vorrangige Fokus liegt dabei auf Qualitätssicherung, Dokumentation (Vermessung, bspw. mittels Laserscan und As-Built-Modellen) und Abrechnung. Als kritisch erweist sich dabei immer wieder der Umgang mit notwendigen Ad-hoc-Änderungen auf der Baustelle, wozu passende Workflows vorgestellt werden. Darüber hinaus werden praktische Beispiele von ÖBA-relevanten Inhalten in AIA (Auftraggeber-Informationsabwicklung) und BAP (BIM-Abwicklungsplan) vorgestellt, und Beispiele von Tools zur Qualitätssicherung mit deren jeweiligen Einsatzspektren erläutert.

26. Oktober 2019: Bauwerksbetrieb
Kurszeiten: 13:00 Uhr - 17:00 Uhr
Vortragende: Jörg Störzel (FH Kärnten)

Die Teilnehmenden bekommen einen Einblick in jene Teilgebiete des Bauwerkbetriebs, für welche BIM von besonderer Relevanz ist. Des Weiteren erhalten sie einen Überblick über die Digitalisierung innerhalb des Bauwerksbetriebes. Dadurch werden die relevanten Begrifflichkeiten und Hintergründe vorab erläutert und die Anknüpfungsmöglichkeiten an den BIM-Workflow aufgezeigt.
Daran anschließend wird direkt auf die Vorteile und Möglichkeiten von BIM im Bauwerksbetrieb eingegangen. Dabei liegt der Fokus auf der Inbetriebnahme und dem Gebäudebetrieb. Zusätzlich wird die Einbindung von BIM in den Bauwerksbetrieb im Hinblick auf die unterschiedlichen digitalen Systeme und Methoden praktisch untersucht: BIM auf der einen Seite und CAFM auf der anderen.
Abschließend werden die unterschiedlichen Standards und Richtlinien für den Datenaustausch vorgestellt und diskutiert.